Arbeitskreis Biogas

In OÖ gibt es etwa 70 aktive Biogasanlagen, von denen die meisten zwischen 2004 und 2006 errichtet wurden. Ein damals neues Ökostromgesetz versprach erstmals einen wirtschaftlichen Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen. Zu dieser Zeit rechtfertigten ein Überschuss an Agrarprodukten und gleichzeitig ein hoher Energiepreis den ausschließlichen Einsatz von Feldfrüchten zur Energieerzeugung.

Heutzutage werden zunehmend organische Abfälle, Nebenprodukte der Lebens- und Futtermittelindustrie, sowie Wirtschaftsdünger und Erntereste (besonders Maisstroh) als Gärsubstrat eingesetzt.

Mit dem Erneuerbaren Ausbau Gesetz (EAG) wurden 2021 die fixen Einspeisetarife durch eine flexible, den Marktpreisen angepasste Prämie ersetzt. Dabei ist der erzeugte Strom selbst zu vermarkten. 
Die erzielbaren Preise am freien Markt sind meist sehr niedrig. Bei Vermarktung am Spotmarkt gibt es zudem immer mehr Stunden mit negativen Preisen. Das bedeutet, man muss für das Stromliefern bezahlen und bekommt auch keine EAG-Marktprämie, sollten die Preise sechs Stunden oder länger negativ sein. Die Marktprämie stellt mit Unterstützungen, deren Höhe vom aktuellen Marktpreis abhängt, sicher, dass zumindest die durchschnittlichen Gestehungskosten abgedeckt sind. Ohne diese staatliche Absicherung wäre bei den stark schwankenden Preisen für Strom keine Investition in Ökostromanlagen möglich. Die Marktprämien gibt es auch für andere Ökostromanlagen neben Biogas.

Die Gewährung der Marktprämie ist allerdings auch für neue Anlagen an etliche Bedingungen gebunden (maximal 250 kW Leistung, Mindestbrennstoffnutzungsgrad, Einschränkungen bei Substraten und eine Entfernung zum Erdgasnetz von mehr als 10 km. Zudem ist die Anzahl an neuen Anlagen gedeckelt.

Biomethan ist aufbereitetes Biogas und besteht aus über 99% Methan. Es ist somit chemisch gleich dem Erdgas. Es kann als grünes Gas ins Gasnetz eingespeist oder in komprimierter oder verflüssigter Form als KFZ-Treibstoff verwendet werden. Man könnte mit wenig Aufwand fossile Treibstoffe oder fossiles Erdgas durch weitgehend CO2-neutrale Energie ersetzen. Zudem lässt sich Gas im Gegensatz zu Strom leicht über längere Zeiträume speichern.

Biomethan ist in der Herstellung deutlich teurer als Erdgas. Zu den Marktpreisen von Erdgas lässt sich die Erzeugung mit den kleinen österreichischen Biogasanlagen derzeit nicht wirtschaftlich realisieren.  Mit dem Erneuerbare Gase Gesetz (EGG) soll so wie beim Strom ein Unterstützungssystem geschaffen werden, das eine gewisse Planbarkeit für Investoren bringt. Das EGG konnte aufgrund massiver Widerstände von verschiedensten Seiten noch nicht im Parlament beschlossen werden.

Somit kam der Ausbau der Biogasanlagen seit Jahren fast vollständig zum Erliegen.

Aufgrund der wenigen Biogasanlagen in Österreich gibt es kaum Beratungsunternehmen für dieses Thema. Die Betreiber sind oft zur Selbsthilfe, bzw. zur gegenseitiger Unterstützung bei Problemen gezwungen.

Schon in der Zeit der Planung und Errichtung schuf der Biomasseverband OÖ für die Betreiber eine Plattform zum Erfahrungsaustausch oder auch für den gemeinsamen Einkauf von Anlagenkomponenten.

In einem wirtschaftlich schwieriger werdenden Umfeld gilt es für die Biogasanlagen jedes Verbesserungspotential zu nutzen.

2009 wurden die ersten Arbeitskreise Biogas einerseits zur Weiterbildung und zum Erfahrungsaustausch der Betreiber, andererseits zum gezielten Erheben und Auswerten von produktionstechnischen und wirtschaftlichen Daten gegründet. Dadurch sollen für die Mitglieder im Vergleich zu anderen Anlagen, aber auch im laufenden Vergleich der eigenen Zahlen über mehrere Jahre Verbesserungspotentiale gefunden werden. Zur Wahrung der Anonymität wird die Erhebung und Auswertung der Daten sowie die Berichtserstellung bundesweit in einem Poolprojekt durchgeführt.